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Thomas Rusch Bauplanung GmbH

Denkmalschutz trifft Energieeffizienz

Veröffentlicht am: 14.04.2026

Die Sanierung von Bestandsbauten bringt oft einen klassischen Zielkonflikt mit sich:
Denkmalschutz und Energieeffizienz scheinen auf den ersten Blick schwer vereinbar. Beim Schulhaus Gonten (AI) wurde genau dieser Konflikt zur zentralen Aufgabe.


Das historische Gebäude durfte in seinem Erscheinungsbild nicht verändert werden. Gleichzeitig bestand ein klarer Bedarf, die Räumlichkeiten den heutigen Bedürfnissen anzupassen sowie den Energieverbrauch deutlich zu senken. Eine Aussendämmung kam daher nicht infrage – die Lösung musste im Inneren gefunden werden.


Der gewählte Ansatz: 

Eine konsequent umgesetzte Innendämmung, kombiniert mit einer detaillierten Optimierung der bauphysikalischen Anschlüsse. Im Verlauf der Planung zeigte sich zudem, dass ein Teil der Aussenwände bis auf die Grundmauern zurückgebaut werden musste, um einen zeitgemässen Wandaufbau zu realisieren. Dadurch konnten sowohl energetische Verbesserungen erzielt als auch konstruktive Details vereinfacht werden.

Was auf dem Papier klar strukturiert erschien, entwickelte sich auf der Baustelle zur eigentlichen Herausforderung. Viele Bauteilanschlüsse – etwa bei Fenstern oder Übergängen – konnten erst nach der Entkernung final definiert werden.


Diese Erfahrung gibt Fredi Oertli (Architekt und Bauleiter) von der Thomas Rusch Bauplanung GmbH im Austausch mit uns zu Protokoll:


  • Welche Herausforderung war im Projekt besonders prägend?
    „Trotz sorgfältiger Planung kommt im Bestand immer wieder Unvorhergesehenes zum Vorschein. Entscheidend ist die Flexibilität aller Beteiligten.“
  • Was bedeutet das konkret für die Umsetzung?
    Viele konstruktive Details – insbesondere bei Anschlüssen und Übergängen – konnten erst nach der Entkernung final definiert werden. Lösungen mussten direkt vor Ort entwickelt und abgestimmt werden.
  • Was war aus deiner Sicht der Schlüssel zum Erfolg?
    Die enge Zusammenarbeit zwischen Planung, Bauleitung und Behörden – und die Bereitschaft, Lösungen gemeinsam weiterzuentwickeln.


Zusätzliche Komplexität entstand durch denkmalpflegerische Anforderungen im Innenraum. So wurden im Zuge der Arbeiten historische Deckenmalereien freigelegt, deren Erhalt die Planung von Akustik, Beleuchtung und Technik massgeblich beeinflusste. Auch bei der Beschattung mussten neue Wege gefunden werden – anstelle klassischer Systeme kamen denkmalverträgliche Stoffmarkisen zum Einsatz.


Das Ergebnis zeigt, dass sich der vermeintliche Widerspruch auflösen lässt:
Die historische Substanz konnte erhalten, der Energiebedarf deutlich reduziert und moderne Anforderungen an Nutzung und Komfort integriert werden.


Ein Projekt, das exemplarisch zeigt:
Denkmalschutz und Energieeffizienz sind kein Widerspruch – sondern eine lösbare Aufgabe.